Dialog zwischen Janina und Norman Mitte 2016:

„Was ist eigentlich aus unserem Plan geworden, ein Jahr ins Ausland zu gehen?“
„Das machen wir auf jeden Fall. Neuseeland war der Plan, ne?“
„Ja. Oder wir machen eine Weltreise.“ Wir müssen kichern. Ein paar Minuten später, haben wir uns wieder gefangen und beschließen:
„Ok, lass uns eine Weltreise machen!“

Das ist kein Witz. So in etwa wurde unser Reiseplan geboren. Wer dabei was gesagt hat, wissen wir nicht mehr. Doch der Entschluss stand fest: Ende Mai sitzen wir im Flieger und sind auf dem Weg nach Kuba.

Einmal um die Welt, bitte!

Doch bis feststand, mit welchem Land wir anfangen und welche Länder es überhaupt werden, ist eine Menge Zeit vergangen. Neun Monate – eine Schwangerschaft lang also – haben wir hin und her überlegt, Listen gemacht, die Seite des Auswärtigen Amtes nach Reisewarnungen und sonstigen Hinweisen durchsucht, Klima und beste Reisezeiten abgewogen und schließlich festgestellt: Die ganze Welt ist in einem guten Jahr absolut nicht zu schaffen!

Also ging es ans Streichen. Auf welche Länder können wir (vorerst) verzichten? Wie sieht es mit dem Visum in den Wunschländern aus? Welche passen einfach nicht in unsere Flugroute?

Und dann stand sie (halbwegs) fest: Unsere Reiseroute um die Welt.

¡Hola! Unsere español Kenntnisse están muy bien!

Wir starten in Kuba. So haben wir auf unserer Tour die idealen Reisezeiten. Nachteil: Kuba ist internet-mäßig noch mieser angebunden als das “Tal der Ahnungslosen”, in dem wir momentan leben (ja, gemeint ist Dresden). Unser Blogbaby wird also vermutlich einen etwas holprigen Start hinlegen. Aber das machen wir einfach mit umwerfenden Bildern und Beiträgen wett – die eventuell leicht verspätet kommen.

Nach drei Wochen Kuba geht es jedenfalls weiter in Richtung Südamerika – genauer gesagt nach Kolumbien. Dieses Land haben wir vor kurzer Zeit spontan in unseren Reiseplan aufgenommen. Jeder schwärmt davon, eine alte Freundin lebt da und der Friedensvertrag mit den FARC-Rebellen hat das Land sicherheitstechnisch von der Roten Liste geschubst.

Ende Juli reisen wir ins Nachbarland Ecuador, ein weiterer Neuling auf unserer Liste. Es ist relativ handlich und liegt einfach so praktisch auf dem Weg nach Peru. Außerdem lebt hier der Bruder einer Kollegin, und es ist schließlich immer gut, schonmal einen Kontakt zu haben.

Weiter geht es im August Richtung Süden, nach Lima. Endlich mal nicht fliegen, da freut sich besonders Norman. Hier wartet eine mehrtägige Wanderung zum Machu Picchu und der Titicacasee (Janina muss bei dem Namen noch immer kindisch kichern).

In Südamerika waren wir insgesamt ziemlich wahllos mit unseren Zielen. Schließlich war keiner von uns je dort, weswegen die Erwartungen an jedes Land ähnlich jungfräulich sind. Doch hier werden wir auf jeden Fall ein für allemal das Südhalbkugel-Wasser-Abfluss-Rätsel lösen!

Howdy North America!

Damit verlassen wir Südamerika und entern den Norden des Doppel-Kontinents.

USA first – zumindest was unsere Route betrifft. Lediglich zwei Wochen im September haben wir für diesen Koloss von einem Land veranschlagt. Das hat Kosten- aber auch Zeitgründe, denn wir nähern uns langsam dem Herbst und in Kanada wird es Richtung Oktober nicht wärmer. Also: Kurzbesuch in Miami bei Janinas Onkel und Tante, dann nach New York. Vielleicht quetschen wir noch Nashville und Memphis in Tennessee rein, denn Janina ist Elvis-Fan und Norman hat sowieso Amerikanistik studiert.

Von New York fahren wir gegen Ende September mit dem Bus ins kanadische Toronto. Beim Schreiben dieses Artikels stellte Norman fest, dass eine seiner Lieblingsbands genau zum richtigen Zeitpunkt auf halbem Weg zwischen beiden Städten spielt. Dawes. In Ithaka. Jackpot! Von Toronto fliegen wir Anfang Oktober nach Vancouver. Dort hat Norman mal eine zeitlang studiert und weiß daher, was es zu entdecken gibt. In der Gegend um Vancouver wollen wir für 3-4 Wochen wwoofen, also auf einer Biofarm für Kost und Logis arbeiten. Ein erstes Mal mit Mitte 30.

Im November schmeißen wir uns in unsere Baströckchen, legen die Blumenkette um und entspannen auf Hawaii. Und nach so viel Entspannung, müssen wir uns auf Fidschi gleich weiter entspannen. Dort wollen wir auch unseren verstaubten Tauchscheinen neues Leben einhauchen.

‘You shall not pass!’ – Geh weg Balrog, wir müssen durch!

Gegen Ende des Jahres steht endlich unser ursprüngliches Da-verbringen-wir-mal-ein-Jahr-Land auf der Liste: Neuseeland. Hier wollen wir hobbitmäßig die Landschaft erkunden, Schafe streicheln, und am Ende vielleicht auch irgendetwas in einen (vorzugsweise inaktiven) Vulkan werfen.

Danach geht es nach Australien, genauer gesagt Tasmanien. Wir erwarten Tiger, Teufel und was es sonst noch so Tasmanisches gibt. Nach drei Wochen setzen wir aufs australische Festland über und erkunden per Mietwagen die Great Ocean Road zwischen Sydney und Melbourne.

Reis, Reis Baby! (dumdumdum dede dumdum)

Ab Februar wird unserer (Känguru)-gebeutelten Reisekasse ein wenig ostasiatische Entspannung zuteil. Von Bangkok aus wollen wir auf dem Landweg eine dreimonatige Rundreise machen – durch Vietnam, Laos, Kambodscha und Thailand.

Nun folgt einer von Janinas größten Favoriten: Nepal. Wandern, klettern, viel Kultur. Das wird Mega-Zen, Alter!

Der nächste Flug bringt uns nach Hongkong, mitten ins brummende Stadtleben. Hier feiern wir eine Woche lang unseren Weltreise-Jahrestag. Um von den ganzen Wolkenkratzern wieder runterzukommen, düsen wir im Juni in die Mongolei. Mal sehen, wie sich das mit Normans Pferdehaarallergie und Janinas vegetarischer Ernährung verträgt.

Wenn alles klappt, fahren wir von dort aus mit der Transsibirischen Eisenbahn nach Moskau. Damit sind wir im Juli 2018 wieder in Europa und dann auch nur noch einen Katzensprung von unserem Zuhause in Deutschland entfernt.

Achso: Dies ist unsere Planung im Mai 2017. Da wir über den Juli hinaus noch nichts gebucht haben, könnte sich die Reise auch noch ein wenig anders gestalten. Denn wir wollen den Trip genießen und wer weiß schon, wo uns unsere Nasen spontan hinführen.