Ein Monat lang waren wir in Kolumbien unterwegs. Und dabei haben wir Spannendes, Skurriles und Lustiges über das Land gelernt. Und das wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten. Hier sind acht schrägsten Infos über Kolumbien:

1. Pablo Escobar aka You-Know-Who

Kolumbiens dunkles Drogen-und-Gewalt-Kapitel wurde 1993 mit dem Tod von Pablo Escobar abgeschlossen. Doch den Namen des Drogenbarons sollte man in dem Land weiterhin nicht leichtfertig aussprechen. Man wird sonst schnell angefeindet. Um sich davor zu schützen, verwenden viele Kolumbianer (vor allem Reiseführer) in der Öffentlichkeit Spitznamen für ihn: P.E. oder einfach nur Pablo. Unser Favorit ist aber „Voldemort“.

Janina und Norman am Grab von Pablo Escobar

Am Grab von Pablo Escobar in Medellín hat uns aus unerfindlichen Gründen die Nase gejuckt.

2. Großartige Feiertagsregelung

Feiertage gibt es in Kolumbien viele, und damit sich die Leute auch ein verlängertes Wochenende gönnen können, werden sie fast immer auf den darauffolgenden Montag verschoben – auch wenn sie mitten in der Woche liegen. Das ist doch mal verdammt praktisch. Diese Regelung sollte es auch in Deutschland geben!

3. Fahrradfreundliche Tage

Radfahrer sind in Bogotá und anderen großen Städten Kolumbiens an Sonntagen und Feiertagen die unangefochtenen Kings of the Road. Von 7 bis 14 Uhr werden dann nämlich viele Straßen für Autos gesperrt. „Ciclovía“ nennt sich dieses regelmäßige radfreundliche Ereignis. 1974 wurde es zum ersten Mal von Radfans in Bogotá initiiert. Und schon seit 1976 ist es ein wöchentliches Event. Nach diesem Vorbild wurden übrigens weltweit auch in anderen Städten die Straßen im Sinne der Radfahrer für Autos gesperrt. Mehr zum Verkehr in Kolumbien könnt ihr hier lesen.

Infos über Kolumbien: Ei Schild auf einer Straße ist mit "Ciclovia" beschriftet

Auch wir waren im Fahrradhimmel.

4. Graffiti: Zweifelhafter Ruhm für Justin Bieber

In Kolumbiens Hauptstadt gibt es jede Menge Graffiti – und zwar nichts mal eben Dahingeschmiertes, sondern richtige Kunstwerke. Bogotá fördert diese Kunst auch. Doch das war nicht immer so. Noch vor wenigen Jahren war Sprayen ein Verbrechen und wurde mit Gefängnis bestraft. 2011 wurde sogar ein 16-Jähriger beim Sprühen von einem Polizisten erschossen.

Nur zwei Jahre später verewigte sich Justin Bieber nach einem Konzert an einer Wand in der Stadt. Bei der Aktion waren ebenfalls Polizisten dabei – allerdings als Schutz. Diese Ungerechtigkeit sorgte für ordentlich Aufruhr in ganz Bogotá. Als Konsequenz hat die Stadt beschlossen, dass Sprühen kein Gesetzesverstoß und somit kein Verbrechen mehr sei. Wenn überhaupt müssen die Künstler heute nur noch eine Geldstrafe zahlen.

Graffiti in Bogotá

In Bogotá findet man an vielen Hauswänden regelrechte Graffiti-Kunstwerke.

5. Die unglaublichen Pilzgärten der Ameisen

Überall in der freien Natur sind uns Ameisen aufgefallen, die ordentlich in einer Straße Blattteile transportieren. Wir haben vermutet, dass sie sie zum Hügelbau oder als Futter nutzen, doch damit lagen wir falsch. Der wahre Grund ist echt erstaunlich: Die sogenannten Blattschneiderameisen futtern die Blätter nicht selbst, sondern geben sie unterirdisch wachsenden Pilzen zum Fressen. Diese so gezüchteten Pilzgärten befinden sich unter ihrem Bau und dienen als Nahrung.

6. Bananen: Das überrascht nicht nur die Minions

Ich liebe Bananen, daher hat mich dieser Fakt besonders erstaunt: Bananenpflanzen bilden nur einmal in ihrem Leben eine Staude. Das war’s dann. Danach sterben sie ab. Das ist irgendwie traurig. Doch eine gute Nachricht gibt es: An ihrem Fuß bilden sich meist schon neue Sprösslinge. Der Kreislauf kann also wieder von Neuem beginnen.

7. Duftender Exportschlager

Dass in Kolumbien viel Kaffee, exotische Früchte und Kartoffeln produziert werden, dürfte vielen bekannt sein. Doch wer hätte das gedacht: Kolumbien ist weltweit der zweitgrößte Produzent von Schnittblumen. Die Niederlande liegen natürlich unangefochten auf Platz eins.

8. Feuer! Holt den gelben Feuerlöscher!

Bei wichtigen Infos über Kolumbien darf natürlich nicht die Farbe der Feuerlöscher fehlen. Denn wenn es brennt, greift man in hier zu Flaschen. Das erste Exemplar hielten wir noch für einen Scherz. Doch schnell zeigte sich: die Feuerlöscher hier sind generell gelb. Rote, wie bei uns, sucht man vergeblich.