Buddhakopf im Wat Mahat That in Ayutthaya

Nur 80 Kilometer nördlich des stets hektischen Bangkok findet sich eine Oase der Ruhe voller Kultur und netter Menschen – Ayutthaya. Für mich war das nun schon zum zweiten Mal die perfekte Abwechslung zum Hauptstadt-Moloch. Mit dem Pendlerzug dauert die Reise etwa 2 Stunden und kostet lediglich 15 Baht (knapp 50 Cent).

Weltruhm und absolute Zerstörung

Die heute beschauliche Stadt war ab 1351 mehr als 400 Jahre lang das Zentrum des gleichnamigen Königreichs und zeitweise eine der größten Städte der Welt. 35 Könige bauten insgesamt drei Paläste, 375 Tempelanlagen und 94 Stadttore. Ayutthaya war eine Weltstadt. Damit zog man jedoch den Neid der Burmesen auf sich. Die Nachbarn griffen immer wieder an und sorgten 1767 schließlich für die totale Zerstörung Ayutthayas. Erst danach wurde Bangkok als neue Hauptstadt gegründet. Heute leben rund 50.000 Menschen in Ayutthaya, im 17. Jahrhundert waren es bis zu 1 Million.

Ayutthaya: Idyllisches Weltkulturerbe

Leider ist dank der Burmesen (oder Birmanen, oder Myanmare, das sieht wohl jeder anders) nicht viel vom ehemaligen Prunk übrig. Doch selbst die Ruinen sind definitiv eine Reise wert. Umgeben von Flüssen findet sich das alte Zentrum in einem riesigen grünen Park, der heute zum Weltkulturerbe zählt. Hier liegen dutzende Tempel verstreut. Wer will, kann sich auf einem Elefanten durch diesen Historical Park gondeln lassen. Wir haben die Gegend lieber mit dem Fahrrad erkundet. Die Tempelruinen kosten etwa 1,50 Euro Eintritt. Neue, aktive Tempel können kostenlos (aber natürlich nur ohne Schuhe) betreten werden.

Elefant in Ayutthaya

Tolle Fotos, wenig Infos

Ich hatte vor Jahren schon vieles gesehen, aber wer merkt sich schon die Namen und Funktionen thailändischer Tempel. Außerdem gibt es so viel zu erkunden, dass es auch beim zweiten Mal nicht langweilig wird. Ich möchte bei den ganzen alten Wats (so werden die Tempel in Thai genannt) nicht sonderlich ins Detail gehen. Nur so viel: Wer sich spezifisch informieren möchte, muss dies selbst tun, da es innerhalb der Ruinen kaum Info-Tafeln gibt.

Eines der bekanntesten Bilder aus Ayutthaya ist wohl der von Wurzeln überwucherte Buddhakopf im Wat Mahat That. Es gibt in Thailand und besonders in Ayutthaya unglaublich viele Buddhabildnisse. Die Birmanen (einigen wir uns darauf) haben bei der Zerstörung der Stadt offenbar hunderte der Skulturen geköpft. Einer dieser Köpfe lag offenbar so lange in den Tempelruinen, dass er komplett von Wurzeln umschlossen wurde. Klar, dass der Kollege heute als Fotomotiv herhalten muss.

Buddhakopf im Wat Mahat That in Ayutthaya

Mit dem Boot um die “Insel”

Am zweiten Tag haben wir eine Bootsfahrt unternommen. Der ganze Historical Park ist wie gesagtBuddha in Ayutthaya von Flüssen umgeben und wird daher von den Einheimischen auch als Insel bezeichnet. Am anderen Ufer finden sich weitere beeindruckende Bauwerke. An dreien davon legten wir mit dem Boot an. Am meisten hat mich ein sage und schreibe 19 Meter hoher, sitzender Gold-Buddha im Wat Phanan Choeng beeindruckt. Gut, dass er nicht im Stehen dargestellt wurde. Unsere Tour fand Abends statt, was eine super Zeit ist. Erstens ist es dann nicht mehr so heiß und zweitens bietet der Sonnenuntergang super Fotogelegenheiten.

Ayutthaya

Schwimmender Markt und mehr Dickhäuter

Wer sich weniger für Geschichte interessiert, kann sich vielleicht für den Ayuttahya Floating Market begeistern. Hier gibt es leckeres Essen und eine Menge thailändischer Handwerkskunst. Auf einer Insel in der Mitte finden über den Tag verteilt mehrere Shows statt, die aber nicht wirklich der Rede wert sind. Außerdem kann man auch hier auf Elefanten reiten.

Floating Market Aytthaya

Die Boote auf dem Floating Market haben ein interessantes Antriebssystem.

Am Eingang des Marktes befinden sich die Ställe. Hier kann jeder rein und den ein oder anderen Rüssel streicheln – oder sich für rund 15 Euro auf einen der Dickhäuter schwingen. Elefanten gibt es also überall zu sehen, aber die eigentlichen Stars von Ayutthaya sind und bleiben die alten und neuen Tempel. Dazu kommt eine sehr freundliche und entspannte Atmosphäre, so dass man Ayutthaya auf jeden Fall zu unseren Lieblingsorten in Thailand zählen kann.