Laos ist ein Land, von dem ich herzlich wenig wusste – erst recht von der lokalen, vegetarischen Küche. Doch das kleine asiatische Land hat mich sehr überrascht. Laap, großartige Currys, jede Menge Sticky Reis und sogar leckere Baguettes und Crêpes – nach drei Wochen Laos kann ich sagen, dass man als Vegetarier hier ziemlich gut zurecht kommt.

Suzy, ich liebe dich!

Achtzig Prozent der laotischen Bevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft. Was bedeutet, dass man überall an Straßenständen und in Restaurants lokal angebautes, leckeres Obst (frisch gepresste Säfte) und Gemüse bekommt. Und das merkt man auch in der Küche. In Laos habe ich die bisher besten Gemüsecurrys auf unserer Weltreise gegessen. Besonders großartig ist „Suzy“ – ein mild gewürzter Eintopf aus Gemüse, etwas Chili und Kokosmilch.

Vegetarisches Essen in Laos: Suzy in Muang Ngoy

Den habe ich in Muang Ngoi gegessen, einem kleinen Dorf im Norden des Landes, zu dem (noch) keine Straßen führen. Wir häufiger in Laos nutzten wir den Wasserweg, um den Ort zu erreichen.

Vegetarisches Essen in Laos: Von wegen „Fleischsalat“

In Muang Ngoi habe ich außerdem noch eins meiner vegetarischen Highlights gegessen: Laap. Das Gericht ist normalerweise ein „Salat“ aus gebratenem Hackfleisch mit Zitronengras, Knoblauch, Zwiebeln und frischen Kräuter (hauptsächlich Minze). In einem kleinen Restaurant habe ich dort eine vegetarische Version von Laap entdeckt – mit Aubergine als Hauptzutat bzw. als Hackfleischersatz. Das traf sich super, denn ich liebe Aubergine!

Vegetarisches Essen in Laos: Laap mit Aubergine in Muang Ngoy

Chili-Paste mit dem gewissen Etwas

Ebenfalls im Norden haben wir Jeow entdeckt. Es ist das laotische Wort für Chili-Paste. Jeow muss aber nicht scharf sein. Es gibt die Paste mit verschiedenen Zutaten, zum Teil auch mit Fleisch. Dafür werden Gewürze (mal mit, mal ohne Chili) und Kräuter über einem offenen Feuer geröstet. In dem verschlafenen Ort Luang Namtha wird für das Mak Kaen Jeow sogar ein einzigartiges Gewürz von der Volksgruppe der Akha gesammelt. Diese spezielle Paste wird dann mit anderen Kräutern, Chili, Knoblauch und Zwiebeln gemischt und schmeckt ziemlich gut. Ein wenig gewöhnungsbedürftig ist nur, dass man von diesem Jeow ein leicht taubes Gefühl im Mund bekommt. Zu den Pasten wird meist Gemüse und der obligatorische Sticky Rice serviert.

Vegetarisches Essen in Laos: Chili-Paste Jeow in Luang Namtha

Omnipräsente, klebrige Beilage

Sticky Rice ist eine spezielle Reissorte. Anders als in Thailand, wo es den Klassiker „Sticky Rice mit Mango“ überall gibt, ist die laotische Version kein süßer Nachtisch, sondern wird als Sättigungsbeilage zu jeder Hauptmahlzeit gegessen. Der Klebreis wird nicht gekocht, sondern gedämpft. Wichtig ist, dass der Sticky Rice mit den Händen gegessen wird. Daran musste ich mich allerdings erst etwas gewöhnen. Das ist übrigens auch einer unser kuriosen Fakten über Laos. Hier erfahrt ihr noch weitere.

Oh Gott! Bitte, bitte nicht scharf!

Ebenfalls ein bekannter Klassiker ist der grüne Papayasalat. In Laos habe ich ihn häufig vegetarisch bekommen, was in Thailand nicht immer der Fall war. Oft sind nämlich getrocknete Garnelen oder Krabben dabei. Diese habe ich aber schon zu meiner nicht-Vegetarier-Zeit nicht gerne gegessen. Beim Papayasalat gibt es nur zwei Dinge zu beachten: 1. Die Schärfe. Meine Fresse, hatte ich schon scharfe Salate – bloß, weil ich mal vergessen hatte „please, not spicy“ zu sagen.
2. Oft wird der Papayasalat mit Fischsauce gemacht. Also am besten auch sicherheitshalber nochmal nachfragen.

Vegetarisches Essen in Laos: Grüner Papayasalat mit Sticky Rice

Im asiatischen Brot-Himmel

Laos ist eine ehemalige französische Kolonie, und das schmeckt man zum Teil noch in der lokalen Küche. So gibt es fast überall Baguettes – oft natürlich auch mit Gemüse und/oder Ei. Und es gab auch, sehr zu Normis und meiner Freude, Crêpes. Besonders in der wohl schönsten laotischen Stadt Luang Prabang haben wir uns die Bäuche mit Crêpes vollgeschlagen. Völlig zu recht ist die Stadt UNESCO-Welterbe und eines der beliebtesten Touristenziele des Landes. Man kann hier auch unglaublich lecker vegetarisch essen gehen. Obendrein gibt es zahlreiche wirklich gute Bäcker. Nach Wochen ohne vernünftiges Brot habe ich hier erstmals wieder ein umwerfend gutes Walnuss-Rosinen-Brot gegessen. Normi hat sich für ein bayerisches Bauernbrot entschieden. Der Bäcker war übrigens ein Schweizer. Generell gibt es in Luang Prabang viele Zugezogene, die ihren kulinarischen Fußabdruck in der Stadt mit dem französischen Flair hinterlassen haben.

Nach drei Wochen kann ich mit Gewissheit sagen: In Laos kann man als Vegetarier ordentlich schlemmen. Beim Gedanken daran, läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Manno, hätte ich jetzt gerne ein vegetarisches Laap!