Inka Jungle Tour - Machu Picchu

Machu Picchu ist ohne Wenn und Aber die größte Touristenattraktion Perus. Wir haben die alte Inkastadt aus dem 15. Jahrhundert nicht einfach besucht, sondern einen viertägigen Abenteuertrip samt Mountainbiking, Rafting und viel Trekking gewählt. Den Inka Jungle Trail. Man lebt halt nur einmal. Kleiner Fun Fact gleich zu Beginn: So wie wir Deutschen die Stadt aussprechen (Matschu Pitschu), bedeutet es in der Inka-Sprache “alter Penis”. Die richtige Aussprache ist: “Matschu Piektschu” und bedeutet “Alter Berg”.

Viele Wege führen zum “Rom” der Inka

Musste damals der berühmte Inkatrail abgelaufen werden, so gibt es heute zahlreiche Möglichkeiten, Machu “Piektschu” zu besuchen. Besonders beliebt sind mehrtägige Wanderungen auf dem Inka Trail noch immer. Hier waren die alten Inka unterwegs. Dies ist jedoch teuer und muss Monate im Voraus angemeldet werden. Der Grund ist eine behördliche Beschränkung auf 500 Menschen pro Tag. Allein 300 davon sind Guides und Träger. Auch weitere großartige Trails führen zum Ziel. Zum Beispiel der Lares Trek und der Salkantay Trek.

Wir haben uns für eine andere, etwas abwechslungsreichere Variante entschieden. Der Inka Jungle Trail kann in Cusco gebucht werden, und dass sogar sehr kurzfristig. Vorteil: Auch hier ist ein Stück des legendären Inka-Trails dabei – und so vieles mehr.

Inka Jungle Trail – Tag 1: Mountainbike und Rafting

Schon fünf Uhr am Morgen startete die Reise in Cusco. Mit dem Bus ging es direkt nach einem kleinen Frühstück auf den 4300 Meter hohen Malaga Pass. Das Wetter war so richtig mies: strömender Regen, um die 5 Grad, teils richtig dichter Nebel. Perfekte Bedingungen, um in die Mountainbike-Kluft zu steigen und 3000 Höhenmeter abwärts zu rasen, oder? Der Verkehr war gering, doch immer wieder lagen halbe Geröllhalden auf der Straße, denen man ausweichen musste. Eigentlich ein Riesenspaß. Nur die abgefrorenen Finger und Nässe bis auf die Knochen trübten das Erlebnis ein bisschen. Nach rund 55 Kilometern waren wir wieder im Tropenklima angekommen und konnten das Wasser aus den Schuhen kippen.

Inka Jungle Trail

Kurz vor der Abfahrt.

Dort abgeholt landeten wir kurze Zeit später in unserer Unterkunft, einer hübschen Dschungellodge in Santa Maria. Am Nachmittag folgte eine Rafting-Tour auf dem Urubamba-River. Dies kostete extra und da Janina nicht so ein Wasser-Fan ist, blieb sie in der Unterkunft. Deswegen war sie leider nicht dabei, als ich bei einer waghalsigen Aktion in eine Stromschnelle klatschte. Etwa 10 Sekunden war ich orientierungslos unter Wasser und legte dabei einem unfreiwilligen Tauchgang unter dem Raft hin.

Etwa 50 Meter stromabwärts erreichte mich einer der Begleitpaddler und ich klammerte mich in Babyaffen-Manier an die Spitze seine Kajaks, so wie wir es gelernt hatten. Kurze Zeit später zogen mich meine Raft-Genossen gemeinschaftlich wieder nach oben. Dieses gar nicht ungangenehme Schicksal erlitten mehrere der Jungs auf den drei Rafts. Die erfahrenen Steuerleute hatten das ziemlich clever geplant und freuten sich diebisch über jeden, den es hinfort spülte. Das dies gut überlegt war, erkannten wir daran, dass kein einziges der Mädels ins Wasser fiel. Wenn man zusammen gefühlt um sein Leben paddelt, ist das definitiv ein einprägsames – (und verbindendes) Erlebnis. Sollte auf jedem Teambuilding-Plan stehen.

Inka Jungle Trail – Tag 2: Der berühmte Inka-Trail

Heute standen 23 Kilometer Trekking auf dem Programm. Start: 8 Uhr Morgens. Ein steiler Aufstieg führte uns zur “Monkeylodge”, wo Einheimische merkwürdige Alkoholika verkauften und einige interessante Tiere zu sehen waren. Darunter ein Coati. Diese Nasenbärgattung produziert einen der teuersten Kaffees der Welt. In seinem Darm entzieht er den Kaffeebohnen Bitterstoffe. Klar, dass man für die fertigen Bohnen erst ein bisschen in Coati-Kacke wühlen muss.

Coati auf dem Inka Jungle Trail

Coatis machen einen der teuersten Kaffees der Welt.

Von dort ging es weiter auf den berühmten Inka-Trail. Wir folgten dem Weg auf einem der beeindruckendsten Teilstücke. Die Panoramen in den Huancarccasa-Canyon waren unfassbar. Nach mehreren Kilometern auf teils sehr schmalen Wegen mehrere hundert Meter über dem Grund, erreichten wir einen Fluss. Dieser per Zipline-Korb überquert werden. Drüben angekommen durchliefen wir eine lange und stockfinstere Höhle und landeten schließlich an einem natürlichen Thermalbad bei Cocalmayo, wo wir im warmen Wasser relaxen konnten. Es gab vier Becken mit jeweils verschiedenen Temperaturen. Und es gab Bier!

Inka Jungle Trail

Unsere Gruppe auf dem legendären Inka Trail.

Inka Jungle Trail – Tag 3: Mittelspektakuläres Wandern

Von unserem kleinen Hotel in Santa Teresa ging es für die meisten Mitglieder unserer Gruppe in einen Zipline-Park. Wir wollten uns das nicht leisten und eigentlich die alternativ angebotene Wanderung in Anspruch nehmen. Die stellte sich aber als öder Weg am Straßenrand heraus und so warteten wir lieber bei der Gruppe, bis alle Zipliner fertig waren. Ziplining: Sehr langsam und doof guckend an einem Kabel lang rutschen. So stellen wir uns das vor. Die Panoramen haben unsere Mitreisenden jedoch schwer beeindruckt.

Inka Jungle Trail

Immer an den Tracks lang. Wenn ein Zug kam, hieß es wegducken.

Danach liefen wir entlang einer Bahnstrecke nach Aguas Calientes, dem Ort am Fuße des Machu-Picchu-Berges. Der Ort ist idyllisch gelegen, aber seeehr touristisch. Gefühlt 4 Milliarden Menschen kommen täglich mit dem Zug hierher, um die alte Inka-Stadt zu sehen. Dieser Tag war der unspektakulärste und alles in allem ziemlich entspannt. Unterbrochen wurde die Wanderung, wie am Vortag, für kleine Erzählstunden unseres Guides Ronald zu Natur, Kultur und Geschichte.

Inka Jungle Trail – Tag 4: Aufstieg nach Machu Picchu

Heute stand das Ziel auf dem Programm. Doch zur alten Inkastadt ist es ein heftiger Aufstieg. Start war so richtig früh am Morgen: bereits um 3:50 Uhr trafen wir uns mit Gruppe und Guide, denn je eher man sich unten am Einlass anstellt, desto eher kann man den Aufstieg nach Machu Picchu in Angriff nehmen. Um 5 Uhr öffnete das Tor für Fußgänger und bis dahin hatte sich eine enorme Schlange aus hunderten Menschen gebildet. Wer mit dem Bus nach oben wollte, musste sich noch eher anstellen, um extreme Wartezeiten zu vermeiden.

Der Aufstieg ist ein steiler Waldweg, der hauptsächlich aus Treppen besteht und dauerte etwa eine Stunde. Wir waren also gegen 6 Uhr oben und sahen Machu Picchu lange bevor die meisten Touristen kommen. Zudem hatten wir das große Glück, hier den Sonnenaufgang zu sehen.
Machu Picchu - Inka Jungle Trail

An den allermeisten Tagen ist es laut Ronald bewölkt. Trotz aller Anstrengung gingen wir auch zu den anderen Sehenswürdigkeiten des Berges: die Inka-Bridge und das Sonnentor. Letzteres ist erneut einen einstündigen Aufstieg in praller Sonne entfernt. Man kann auch einen der beiden Gipfel bei der Stadt besteigen. Sie heißen Huayna Picchu und Machu Picchu. Dann sollte man aber noch eine ganze Menge mehr Zeit und viieeel Energie haben. Zudem ist eine vorherige Anmeldung nötig, da nur eine begrenzte Menge Touris täglich Zutritt haben.

Der teuerste Zug der Welt

Nach dem Abstieg ging es von Aguas Calientes mit dem Zug zurück nach Cusco. Dies muss der teuerste Zug der Welt sein, wie einige Peruaner mit einer merkwürdigen Art von Stolz bestätigten. Rund 70 Euro kostet das einstündige Vergnügen, bis man noch in einen Bus steigen muss, der weiter nach Cusco fährt. Der Zug hat ein verglastes Dach und die Fahrt ist nett – diesen Preis jedoch niemals Wert. Die weitaus günstigere Alternative ist leider eine halbtägige Tortur mit einem Bus, zu dem ein zweistündiger Fußweg notwendig ist.

Zurück in Cusco stand direkt am nächsten Tag noch eine anstrengende Tages-Tour zum Rainbow Mountain an. Mehr dazu lest ihr im Artikel zu unserer Reiseroute durch Peru.