Blaufußtölpel

Die Galapagosinseln sind unbestreitbar die größte Sehenswürdigkeit Ecuadors – aber auch die teuerste. Deshalb entschieden wir uns für die Insel Isla de la Plata, eine Insel, die manchmal auch “Galapagos für Arme” genannt wird. Statt mehrere Stunden im Flugzeug verbringt man lediglich eine Stunde im Boot, um die Isla de La Plata zu erreichen. Und allein diese Stunde hat es in sich.

Wale ganz nah

Die Fahrt beginnt in Puerto López, einem unscheinbaren Ort an der Pazifikküste. Die Touren kann man überall an der Strandpromenade buchen, oder einfach im Internet. Wir bleiben nur einen Tag, um uns die Isla de la Plata anzusehen. Sehr früh am Morgen finden sich alle Teilnehmer am Pier ein und werden auf die Boote verteilt.

Auf dem Boot nach La Plata

Zum Schlafen ist es auf den Booten nicht bequem genug, aber das macht gar nichts, denn je näher man der Insel kommt, desto größer ist die Chance, Buckelwale beobachten zu können. Zumindest zwischen Juni und November, denn in dieser Zeit sind die Tierchen gen Norden unterwegs. Anfangs sahen wir nur Fontänen in der Ferne, doch mit der Zeit trauten sich einige Exemplare immer näher an die Boote. Schließlich konnten wir eine Mutter mit ihrem übermütigen Jungen ganz aus der Nähe beobachten. Ein Erlebnis, von dem man nur schwer genug bekommen kann.

Kollektiv alles vollkacken

Die Insel selbst liegt in einem Nationalpark namens Machalilla. Es gibt hier nichts außer einem kleinen Gebäude, in dem die Touristen sich sammeln können. Gegessen wird auf den Booten, denn auf der Insel ist es nicht erlaubt. Schon vor dem Anlegen sahen wir im Wasser eine Menge riesiger Schildkröten, die sich, offenbar auf Nahrungssuche, unmittelbar bei den Booten aufhielten.
Auf der Insel wandert man auf vorgegebenen Wegen etwa zwei Stunden lang durch die Natur. Wie die ganze Tour zur Insel, ist dies nur mit Führer möglich.

Die Isla de la Plata ist knapp sechs Quadratkilometer groß und wird auch “Silberinsel” genannt. Der Name ist wohl Sir Francis Drake zu verdanken, der hier einen Silberschatz versteckt haben soll – oder den vielen Vögeln, die ganze Küstenstreifen weiß färben, indem sie kollektiv alles vollkacken. Unser Guide erklärte uns, dass die Insel wohl zu präkolumbianischer Zeit oft besucht wurde – offenbar zu rituellen Zwecken. Spuren langfristiger Siedlungen gibt es hingegen nicht.

Blaufußtölpelpaar auf La Plata

Dieses Blaufußtölpelpaar wollte einfach nicht aus dem Weg gehen.

Die höchste Erhebung liegt 167 Meter über dem Meeresspiegel und wird bei der Wanderung als Erstes angesteuert. Auf dem Weg und am Rand desselben hocken zahlreiche Blaufußtölpel. Diese Vögel machen ihrem Namen alle Ehre. Wir haben viele Paare gesehen, die sich teilweise direkt auf dem Weg niederließen. Mit dieser Nähe zum Menschen schützen sie sich vor Raubvögeln, die lieber auf Abstand zu uns gehen. Auf den Bäumen auf der Insel sitzen hunderte Fregattvögel, die ihre roten Kehlsäcke zu ordentlicher Größe aufblasen.

Fregattvogel auf der Isla de la Plata

Landung erfolgreich. Fregattvögel gibt es auf der Isla de la Plata zu Hunderten.

Bei den Fischen

Nach einem kleinen Mittagessen auf dem Boot durften Willige in einer Bucht ins Wasser springen und schnorcheln. Der Humboldtstrom aus dem Süden macht das Wasser ziemlich kühl, aber ich ließ mir diese Gelegenheit nicht entgehen und konnte eine Menge Fische beobachten. Da ich kein Biologe bin, weiß ich allerdings nur zu berichten, dass einige davon groß genug waren, um sie vorsichtshalber im Auge zu behalten – man will ja nicht als Fischfutter herhalten. Es soll auch Hammerhaie und Mantarochen bei der Isla de La Plata geben, aber dafür war die Jahreszeit nicht die richtige.

Wieder im Boot gab es erneut Wale zu sehen, bevor es schließlich auf die Rückfahrt nach Puerto Lopez ging. Merkwürdigerweise entschieden sich erst hier einige unserer Mitreisenden für die Seekrankheit und spien noch einiges an Fischfutter ins Wasser.

Es ist zwar wirklich nicht Galapagos, wie uns andere Reisende erzählt hatten, aber einen wunderbaren Ausflug ist La Plata auf jeden Fall wert. Vor allem Walfans haben hier eine sehr günstige Alternative zum Natur-Eldorado schlechthin.