Es gibt sicher viele Möglichkeiten eine Weltreise zu planen. Die Abwägung liegt meistens zwischen Kosten und Flexibilität. Man kann sich beispielsweise ein Round-the-World-Ticket kaufen und somit alle Flüge vorbuchen. Änderungen kosten dann Geld und man ist weniger flexibel. Wir entschieden uns für die minimal teurere Variante: Wir buchen alle Tickets selbst und haben damit maximale Freiheit.

Und diese Entscheidung hat sich als ideal herausgestellt, haben wir doch unsere geplante Route schon mehrfach krass abgeändert. Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum Beispiel wollten wir von New York City mit dem Bus ins kanadische Toronto fahren, um von dort nach Vancouver zu fliegen. Das sparten wir uns jedoch, denn es wäre um einiges teurer gewesen – und die Niagara-Fälle kennt ja eh jeder. Gerade Inlandsflüge sind oft sehr günstig und daher spät buchbar.

Alle Pläne ausm Auto-Fenster

Mietwagen sind einfach der Gipfel der Unabhängigkeit. Klar, in abgelegenen Regionen braucht man ab und zu eine Tankstelle, aber sonst steht einem alles offen, unabhängig von Busrouten und Fahrplänen. Unsere Road-Trips in Kanada, Hawaii, Neuseeland und Australien planten wir erst wenige Wochen vorher und nur grob. Da wir ohne Reiseführer unterwegs sind, folgten wir dieser groben Route und suchten uns die Höhepunkte auf dem Weg heraus. Das galt auch für Unterkünfte. Motels oder AirBnBs buchten wir oft erst am Tag davor. So ließen sich Abstecher einbauen, Pausen einlegen und weniger spannende Strecken schnell durchfahren. Routenänderungen: absolut kein Problem.

Mietwagen Kanada

Mit dem Mietwagen durch Kanada – absolute Freiheit.

Irrtümer

In Australien hatte ich mich mal richtig geirrt. Ursprünglich wollten wir direkt von Neuseeland auf die Insel Tasmanien und quasi auf dem Rückweg “Die Great Ocean Road von Sydney nach Melbourne” fahren. Leider liegt die Great Ocean Road dort gar nicht. Da wir zudem eine tolle House-Sitting-Gelegenheit über Silvester in Sydny bekamen, begannen wir unseren Australien-Trip dort. Dann nahmen wir einen Bus in die Hauptstadt Canberra (2,5 Stunden) und von dort den Mietwagen die Küste runter nach Melbourne. Das war wunderschön, wenn auch nicht die antizipierte Great Ocean Road. Diese liegt nämlich westlich von Melbourne und wir quetschten sie einfach noch dahinter. Das hieß Kilometer schrubben, aber das war es mehr als wert. Erst dann besuchten wir Tasmanien.

Sehnsucht nach Infrastruktur

Heftiger war unsere Planänderung in Asien. Ursprünglich wollten wir von Thailand über Laos, Vietnam und Kambodscha wieder zurück nach Thailand, um dann nach Nepal zu reisen. Schließlich sollte Hongkong als Zwischenstopp in die Mongolei dienen, um von dort in die Transsibirische Eisenbahn nach Hause zu steigen. Nach drei Monaten Indochina sehnten wir uns jedoch so sehr nach Infrastruktur, Sauberkeit und Ordnung, dass wir auf Kambodscha verzichteten (ich war auch schonmal da gewesen). Stattdessen entschieden wir uns, in höher entwickelter Länder zu reisen. Daher packten wir Taiwan und Südkorea auf unsere Reiseliste. Dies hat auch den Vorteil, dass die Flüge weitaus günstiger, weil kürzer, sind. Japan wäre auch nett gewesen, ist uns aber zu teuer.

Steppe für Steppe

Auch die Mongolei lassen wir schweren Herzens aus. Hauptproblem hier: Wir bekommen von unterwegs kein Visum für Russland und müssen daher die Transsib streichen. Und Flüge von und nach Ulan-Bator sind alles andere als erschwinglich (und auch meist nicht gerade kurz). Also geht es als Kompromiss als letzte Station nach Kasachstan. Das liegt von Südkorea aus auf dem Heimweg und hat in unserer Erwartung eine ähnliche Landschaft wie die Mongolei.

Flexibel bleiben, kurzfristig buchen

Auch größere Planänderungen benötigen somit nur wenige Wochen (manchmal Tage) Vorlaufzeit. Wir behielten früh genug die Flugpreise im Auge. Wenn sie relativ stabil waren und auch kurz vor Abflug nicht unwesentlich teurer, dann zögerten wir die Buchung hinaus, um flexibler zu bleiben. So konnten wir teilweise auch auf unvorhergesehene Probleme reagieren. Zum Beispiel erwogen wir kurzzeitig einen Zwischenstopp in Bali. Nach dem dortigen Vulkanausbruch und dank eher negativer Reiseberichte anderer Touristen erschien das nicht mehr ganz so attraktiv. Wir flogen drüber hinweg – direkt nach Bangkok.

Grenzer wollen Tickets sehen

Beim internationalen Fliegen muss man allerdings beachten, dass manche Länder bei der Einreise ein Weiterfugticket sehen wollen. Man muss also schon den Abflug ins nächste Land vorplanen. Das betraf zum Beispiel die USA, Kanada, Australien und Taiwan. Infos dazu gibt es auf den Seiten des Auswärtigen Amtes, die man vor der Einreise sowieso checken sollte.

Wir haben für uns die ideale Mischung aus Flexibilität und Kosteneinsparung gefunden. Die Frage, warum wir unsere Route schon mehrmals auf den Kopf gestellt haben, lässt sich am einfachsten so beantworten: Weil wir’s können! Ob in unsere aktuelle Reiseplanung allerdings wirklich das letzte Wort gesprochen ist, können wir also auch heute noch nicht genau sagen.