Unsere Reiseroute durch Ecuador

Ecuador ist verhältnismäßig klein, hat aber praktisch alles zu bieten, was man sich im Urlaub nur vorstellen kann: Großstadt, Dschungel, Berge, Strand. Ok, Hardcore-Fans der Leipziger Tieflandsbucht gucken eventuell in die Röhre. Für uns war es die Qual der Wahl, die schließlich zu einem Hochgeschwindigkeits-Rennen durch das Land führte. Dies ist unsere Reiseroute durch Ecuador.

Unfassbar schon der Anflug auf Quito: Man segelt mitten durch die Berge, einmal über die Stadt hinweg und landet schließlich auf einer der angeblich gefährlichsten Landebahnen der Welt. Perfekt für Menschen mit Flugangst wie mich. Doch ein komplett runder Regenbogen in der Luft und wunderbares Wetter machten die Sache weniger schlimm als befürchtet.
Reiseroute durch Ecuador: Regenbogen beim Anflug auf Quito

Kostenloser Luxus

Drei Wochen waren veranschlagt. Die ersten drei Tage nutzten wir, um Quito zu überspringen und uns in einer riesigen Blockhütte in Ibarra von unseren Kolumbien-Abenteuern auszuruhen. Der Besitzer vermietet das unfassbar tolle Haus per AirBnb. Es gibt mehrere Schlafzimmer, eine riesige, perfekt ausgestattete Küche, großes Wohnzimmer, Kamin und sogar zwei Jukeboxen.
Reiseroute durch Ecuador: Sommerhaus in Ibarra
Eigentlich perfekt für einen Wochenendtrip mit Freunden – wie halt jeder vernünftige Horrorfilm anfängt. Das beste war jedoch: Wir konnten kostenlos bleiben, denn wir kannten den Besitzer über mehrere Kumpel- und Kollegenecken. Wir nutzten die Zeit zum Kochen, Blog schreiben und Reise planen.

Lagune und kein Vulkan

Frisch gestärkt nahmen wir an Tag drei den Bus nach Otavalo, einer Stadt am Vulkan Imbabura, die ebenfalls nördlich der Hauptstadt Quito liegt. Hier fanden wir uns plötzlich in einer stinknormalen Wohnung wieder, wie man sie aus Deutschland kennt. Das fühlte sich absurd an, aber auch sehr geil. Ein bisschen Heimat. Wir unternahmen eine ausgedehnte und wunderschöne Wanderung um die Lagune von Cuicocha.
Reiseroute durch Ecuador: Cuicocha
Dabei hat sich Janina am Knöchel wehgetan, weswegen wir den Imbabura am nächsten Tag zugunsten einer relativ unspektakulären Stadtbesichtigung sausen ließen.

Sieben mal über den Äquator

Weiter ging es über Quito nach Mindo, einem beschaulichen Örtchen im Regenwald. Auf dieser Fahrt haben wir ungefähr sieben Mal den Äquator überquert. Zumindest, wenn es nach unserer Offline-Handykarte ging. In Mindo gibt es eine irre Seilbahn über ein Dschungeltal, die wir uns nicht entgehen lassen konnten. Auf der anderen Seite führte eine zweistündige Wanderung zu diversen Wasserfällen im Dschungel.

Mindo ist auch als als prima Birdwatching-Spot bekannt und so standen wir am nächsten Tag seeehr früh auf, um eine Vogelbeobachtungstour mitzumachen. Unser Guide ging mit seinem Fernrohr voran, spottete kleinste Vögel (und große) aus teils absurden Entfernungen und richtete das Fernrohr für uns darauf aus. Janina fand dies totlangweilig: “Schweigend rumlaufen und ab und zu nen Vogel angucken…naja”. Die (Farben-)Vielfalt ist jedoch grandios. Auch Tukane sahen wir, meist jedoch aus der Ferne.

Reiseroute durch Ecuador: Roter Trogon in Mindo

Reiseroute durch Ecuador: Ein Roter Trogon in Mindo, fotografiert durchs Fernrohr.

In der höchsten Hauptstadt der Welt

Tags darauf führte unsere Reiseroute durch Ecuador nach Quito. In der Hauptstadt durften wir bei Stefan übernachten, dem Bruder einer Kollegin, der uns auch den Kontakt zum Blockhaus verschafft hatte. Es war ein cooler Tag mit viel Sightseeing und abendlichem Game-of-Thrones-Bingewatching. Vom Hügel Panecillo nahe des Zentrums kann man bei gutem Wetter ganze zehn Vulkane sehen, darunter den 5897 Meter hohen Cotopaxi. Auf dem Hügel geht es sehr lebhaft zu, den Weg nach oben sollte man allerdings mit Bus oder Auto bestreiten. Es gibt eine schmale Treppe nach oben, auf der es aber regelmäßig zu Raubüberfällen kommt. Also lieber meiden.

Reiseroute durch Ecuador: Mit Stefan in Quito

Stefan zeigte uns die schönste Ecken von Quito.

Die Stadt selbst liegt auf 3.300 Meter und ist damit die höchstgelegene Hauptstadt der Welt. Aber dünne Luft waren wir mittlerweile gewohnt. Das Zentrum gehört schon seit 1978 zum Weltkulturerbe. Spannend ist auch die Capilla del Hombre ein Museum, das die Werke des berühmtesten Künstlers in Ecuador zeigt: Oswaldo Guayasamin. Allein schon die Architektur des Gebäudes ist einen Besuch wert, die Kunstwerke sind mehr als beeindruckend. Das angrenzende Wohnhaus des Künstlers kann im Originalzustand besichtigt werden. Mehr Infos zu Guayasamin gibt es in unseren “schrägsten Infos über Ecuador”.

Großstadt – Dschungel – Meer

Von Quito nahmen wir einen Bus nach Tena, einem kleinen Ort im Dschungel. Dort hatten wir eine zweitägige Dschungeltour gebucht, die uns wirklich sehr beeindruckte. Wie wir dort in Lebensgefahr geraten sind, könnt ihr hier lesen.

Aus dem Dschungel dauerte die Fahrt nur wenige Stunden bis Baños, einer Stadt, die auch in den Alpen liegen könnte. Komplett von Bergen umgeben, ist die Gegend Ideal zum Wandern. Hier erfüllten wir eine ziemlich ausschweifende Mission. Außerdem unternahm ich eine 30 Kilometer lange Radtour zum Wasserfall Pailón del diablo – “Schlucht des Teufels”. Und tatsächlich habe ich wohl nie einen Mächtigeren gesehen. Mit unfassbarer Wucht schiebt sich der Rio Verde durch eine schmale Öffnung im Fels. Daneben sehen Menschen aus wie Spielzeug.

Nach drei Tagen in Baños durchquerten wir das halbe Land (was einer etwa zehnstündigen Busfahrt entspricht), um uns La Plata anzusehen, auch “Galapagos für Arme” genannt. Der Tagestrip zur Insel im Pazifischen Ozean ist großartig – eins der wenigen Dinge, die es in Puerto Lopez zu tun gibt. Es ist der einzige Ort, von dem aus solche Touren angeboten werden.

Ab in den Süden

Nun machten wir uns auf Richtung Peru. In der Großstadt Cuenca wurde ich fast von einer Stromleitung geköpft, als ich gerade auf das obere Deck unseres Stadtrundfahrtsbusses stieg. Es gibt hier gutes Essen und die Altstadt gehört ebenso wie die von Quito zum Welterbe. Die Stadt wird auch “Athen Ecuadors” genannt.

Die letzte Station unserer Reiseroute durch Ecuador war Loja, eine Stadt, die scheinbar aus nichts als Baustellen besteht. Selbst der Fußweg aus dem Hotel verwandelte sich über Nacht in einen tiefen Graben und wir mussten einige Kletterkünste aufbieten, um auf die Straße zu gelangen. Es gibt ein paar hübsche Ecken, aber mehr als eine Übergangsstation ist hier wohl nicht drin.

Die Fahrt zur Grenze dauert von hier nur wenige Stunden. Damit hatten wir unsere Hatz durch Ecuador beendet – und auch in Peru sollte es so schnell keine faulen Momente geben.