Reiseroute durch Peru

Nach Kolumbien und Ecuador war Peru das dritte Land auf unserer Südamerika-Tour. Wir wählten eine Nord-Süd-Route, die größtenteils entlang der Küste führte. So kamen wir von Höhepunkt zu Höhepunkt, blieben aber leider die meiste Zeit in der Wüste. Dies ist unsere Reiseroute durch Peru.

Bequem und günstig reisen

Auch in Peru waren wir ausschließlich per Bus unterwegs. Dessen wurden wir auch nicht müde, denn die Busse hier sind nochmal um einiges luxuriöser als in Ecuador und Kolumbien. Voll klimatisiert, geräumige und bequeme Sitze, warme Mahlzeiten. Teilweise gibt es wie im Flugzeug einen eigenen Monitor in jedem Sitz. Mit großer Filmauswahl. Minimaler Nachteil: die Streifen sind meist nur auf spanisch. Vielleicht soll all der sehr erschwingliche Luxus auch nur die Todesangst mindern. Denn es gibt sehr viele, auch tödliche Busunfälle. Wir hatten Glück und konnten alle Fahrten auf unserer Reiseroute durch Peru sehr genießen.

Reiseroute durch Peru: Reisebus

Megabequeme Sitze im Reisebus. Wir sind mit diesen drei Busunternehmen gut durch Peru gekommen: Cruz del Sur, Ittsa und Linea.

Apotheken-Wunderland Piura

Vom Norden aus Ecuador kommend ging es zuerst nach Piura, einem relativ gesichtslosen Ort, der für uns nur Zwischenstation war. Wir blieben trotzdem drei Nächte, einfach um ein bisschen den Reise-Speed rauszunehmen. Wenn man permanent ein- und auspackt, freut man sich ab und zu übers “Bleiben”, und da ist die Umgebung erstmal egal. Immerhin lernte ich einen richtig guten Burger-Laden kennen: Carbon Burger. Auffällig war auch die enorm hohe Dichte an Apotheken. Auf der Hauptstraße um die Ecke gab es auf 200 Metern rund acht davon, alle prima ausgestattet. Merkwürdig.

Reichlich (Ess-)Kultur in Trujillo

Zwei Tage später fuhren wir nach Trujillo. Dort sah es schon ganz anders aus. Das Zentrum ist Welterbe und es gibt wunderbare Touren zu den wichtigsten Bauwerken der alten Völker Moche und Chimu (mehr dazu hier). Abends aß ich zum ersten Mal Meerschweinchen – und hatte mir in mehrfacher Hinsicht mehr davon versprochen. Die Tiere sind doch recht mager und auch geschmacklich wenig interessant. Auf dem Teller sehen sie so aus:
Meerschweinchen Peru, Cuy

Anden-Panoramen in Huaraz

Als nächstes führte unsere Reiseroute durch Peru nach Huaraz. Unterkünfte waren hier spottbillig (knapp 15€ die Nacht), wenn auch sehr einfach. Die Stadt liegt auf einer Höhe von 3100 Metern in den Anden. Im letzten Jahrhundert wurde sie vier Mal von Lawinen platt gemacht. Kein Wunder, ist Huaraz doch gleich von zwei Gebirgsketten umgeben, der Cordillera Blanca und der Cordillera Negra.

Von Huaraz aus unternahmen wir zwei tolle Tagestouren. Unser erster Ausflug führte zur Lagune Wilcacocha. Der Weg dauert rund zwei Stunden und ist wirklich sehr steil. Belohnung ist ein sehr friedlicher Ort mit wunderbarer Aussicht auf die schneebedeckten Berge der Cordillera Blanca. Zum Startpunkt nimmt man am besten einen lokalen Bus. Dabei kommt man auch schnell mit Einheimischen in Kontakt.

Vorne die Lagune Wilcacocha, hinten die Cordillera Blanca.

Ausflug Nummer zwei war eine geführte Tour zur Lagoon 69 – dem Highlight der Region. Allerdings muss man dafür morgens um fünf zur Abholung bereit stehen. Dann folgt eine dreistündige Busfahrt. Die letzten 40 Kilometer davon lehren einen das Fürchten. Offroad, extrem steil, immer haarscharf am Abgrund entlang. Die Wanderung ist wunderschön, aber auch sehr anstrengend. Die Lagune liegt auf 4550 Metern Höhe. Man sollte also ein bisschen an die Höhe gewöhnt sein. Auf dem Weg hat’s geschneit. Trotzdem sind oben ein paar verrückte Britinnen ins Wasser gesprungen.

Reiseroute durch Peru: Lagoon 69

Diese Mädels waren hart im Nehmen. Aber für ein Foto…

Kurzer Stopp in der Hauptstadt

Nächster Stop auf unserer Reiseroute durch Peru war Lima. Das letzte Drittel der Busfahrt führt an der Küste entlang auf einer gigantischen Düne. Weiß der Geier, warum die ganze Straße nicht einfach ins Meer rutscht. In der Hauptstadt unternahmen wir eine Free Walking Tour durch die Welterbe-geschützte Altstadt.

Abends besuchten wir den Circuito Magico del Agua, einen Park voller beleuchteter Springbrunnen. Musik, Wasser, Ton und Laserlicht ergeben eine märchenhafte Umgebung. Wir waren entsprechend verzaubert.
Springbrunnen in Lima- Circuito Magico del Agua

Mysterien und Abenteuer in Nazca

Am nächsten Tag nahmen wir den Bus gen Süden und machten Halt in Nazca. Hierauf hatte ich mich besonders gefreut, denn über die rätselhaften Wüstenlinien des Nazca-Volkes hatte ich einst eine Hausarbeit geschrieben. Die Stadt lebt von Touren und Flügen über die Linien und dem Vermächtnis der Dresdnerin Maria Reiche. Zudem gibt es ein winziges, aber schönes Planetarium und es werden weitere Touren angeboten. Wir fuhren mit einem abgefahrenen Wüstenbuggy zu weiteren kulturellen Stätten und beendeten diesen Tag mit Sandboarding.

Nach vier Nächten in Nazca stand Arequipa auf dem Plan. Diesmal ergatterten wir einen Platz im Bus ganz vorne oben und ließen stundenlang die Wüstenaussicht auf uns einprasseln. Auch Arequipa wartet mit einem Welterbe-Zentrum auf und hat kulturell noch einiges mehr zu bieten, darunter eine Ötzi-Mädchen namens Juanita. Das Wetter ist ganzjährig angenehm und auch kulinarisch ist hier einiges los. Ich probierte mich aus unerfindlichen Gründen an einem Froschsaft … mit komplettem Frosch im Mixer – yolo, Alter!

Absoluter Höhepunkt der Region ist eine Tour zum Colca-Canyon, dem weltweit zweitgrößten seiner Art. Klar, da waren wir dabei und fuhren direkt im Anschluss weiter nach Puno am Titicacasee. Puno ist nicht wirklich sehenswert und auch das Ufer des Titicacasees ist hier wirklich nicht schön. Der See selbst ist voller Wunder. Wir erfüllten ein Mission, indem wir die schwimmenden Inseln der Uros und die Insel der strickenden Männer besuchten. Dann machten wir uns aus dem Staub Richtung Cusco.

Noch mehr Welterbe und zwei irre Touren

Auch Cusco, die wohl bekannteste Stadt des Landes, zählt zum Welterbe der UNESCO. Ebenso wie Machu Picchu, die berühmte Inka-Hauptstadt, derentwegen die meisten Touristen nach Cusco kommen. Wir sahen uns die Stadt an und erfüllten eine Detektiv-Mission, bevor es so richtig los ging. Unsere Tour nach Machu Picchu nannte sich Inca Jungle Trail und dauerte vier Tage.

Am Abend nach unserer Rückkehr nach Cusco checkten wir wieder in unserem alten Hotel ein, denn hier stand unser komplettes Reisegepäck. Und weil wir noch nicht genug hatten, standen wir auch am Tag darauf in aller Herrgottsfrühe für eine Tour bereit. Diesmal zum Rainbow Mountain. Nach einer langen Busfahrt und einem Aufstieg auf sagenhafte 5100 Meter (Janina taufte ihn beim Aufstieg schweratmend “Arschloch-Berg”) gibt es auf dem Gipfel ein einzigartiges Regenbogenpanorama zu sehen.

Rainbow Mountain

Auf dieser Höhe war es verdammt kalt.

Tags darauf verließen wir dieses wunderbare Land und flogen über Lima weiter nach Miami.