Kolumbien ist groß und voller Höhepunkte. Daher mussten wir uns bei der Routenplanung etwas einschränken, auch wenn wir einen ganzen Monat Zeit hatten. Wir entschieden uns schließlich, den Norden und einige der wichtigsten Städte mitzunehmen und dafür kleine Abstriche beim großen weiten Süden zu machen. Dies ist unsere Reiseroute durch Kolumbien.

Mega-Metropole auf 2.600 Metern Höhe

Wie in Kuba landet man nach Mittel- oder Langstreckenflügen höchstwahrscheinlich auch in Kolumbien in der Hauptstadt. Bogotá hat zwar etwa acht Millionen Einwohner, macht aber gar nicht so einen gigantischen Eindruck. Die Taxifahrt quer durch die Stadt vom Flughafen ins Altstadtviertel La Candelaria dauert rund 15 Minuten. Wir kamen im Dunkeln an und erkundigten uns erstmal, wie kriminell die Gegend ist – man hat ja schließlich schon einiges über Kolumbien und speziell Bogotá gehört. Aber ich nehme vorweg: Im ganzen Land fühlten wir uns sehr sicher, auch wenn wir die üblichen Vorsichtsmaßnahmen natürlich nicht schleifen ließen: zwielichtige Gegenden meiden, auf den Rat Einheimischer hören und Habseligkeiten dicht am Leib tragen.

La Candelaria ist ein wunderschöner Stadtteil mit vielen guten Restaurants und großartigen Gebäuden. Wir machten an den ersten beiden Tagen eine tolle und informative Free Walking Tour und besuchten den größten Vertical Garden der Welt. Tag drei widmeten wir dem Hausberg der Stadt, Monserrate, wo wir eine schweißtreibende Mission erfüllten.

Reiseroute durch Kolumbien: Bogota von der Treppe zum Monserrate

Bogotá von der Treppe zum Monserrate.

Generell fühlten wir uns in der Stadt sehr wohl, auch weil das Klima auf der Höhe von 2600 Metern angenehm kühl ist. Die Luft ist natürlich entsprechend dünn und die Akklimatisierung kann eine Weile dauern.

Ibagué: Abseits der Touri-Wege

Ohne viel über die Geographie des Landes zu wissen, fuhren wir schließlich mit dem Bus nach Ibagué. Und meine Fresse, ist die Landschaft grandios! Ibagué liegt 1.400 Höhenmeter tiefer als Bogotá. Man fährt also auf der gesamten 200 Kilometer langen Strecke fast nur bergab – und zwar durch ein gigantisches Tal, dessen Wände die Alpen locker in den Schatten stellen.

Ibagué ist eine Großstadt, in die sich nicht viele Touristen verirren. Wir besuchten dort meine ehemalige Mitbewohnerin aus Amsterdam, Jenni. Sie wohnt in einem schicken Appartement und ließ uns drei Nächte im Wohnzimmer campieren. Einen Tag widmeten wir unserem Blog und einem Marsch zum Supermarkt, um alles Nötige für ein leckeres Abendessen einzukaufen. Am Tag darauf entführte uns Jenni auf eine anstrengende und richtig schöne Wanderung durch die Berge. Wege sind dort nicht markiert und so waren wir froh, dass wir jemanden dabei hatten, der sich auskennt.

Reiseroute durch Kolumbien: Wandern in Ibague

Salento: Kleinstadtcharme, Kolibris, Cocora

Nach einem herzzerreißenden Abschied machten wir uns auf den Weg nach Salento, einer rund 105 Kilometer entfernten Kleinstadt. Das klingt nicht weit, aber die Busfahrt dauerte viele Stunden, denn man fährt mitten durch die Anden und überquert Gebirgspässe von weit über 3.000 Metern Höhe. Bei den Verkehrsverhältnissen in Kolumbien kann einem da schon ab und zu mal mulmig werden.

Salento ist ein wunderschönes Örtchen mit richtig angenehmem Klima. Es gibt viele Lädchen und gute Restaurants, auch vegetarische. Hauptattraktion ist jedoch eine Wanderung durch das Valle de Cocora. Auf dem Markt stehen jeden Morgen Jeeps bereit, um Wanderwillige zum Start der Route zu bringen. 20 Minuten mittelbequemer Fahrt später kann die abwechslungsreiche Wanderung begonnen werden. Sie führt durch ein breites Tal in einen Nebelwald und schließlich zu einer Kolibri-Farm.

Hier kann man sich stärken, denn als nächstes folgt ein harter Aufstieg durch den Wald. Oben angekommen kann man eine herrliche Aussicht genießen – wenn sie nicht vollkommen von Wolken verhangen ist. Auf dem Weg hinab durchquert man ein unfassbar schönes Tal, in dem die höchsten Palmen der Welt wachsen (siehe Titelbild).

Medellín: Vom Drogenmoloch zur Weltstadt

Unser nächster Halt war Medellín. Die zweitgrößte Stadt des Landes galt noch vor 20 Jahren als unsicherste Stadt der Welt und hatte dies dem Einfluss des legendären Drogenbarons Pablo Escobar zu verdanken. Nachdem er 1992 erschossen wurde, ging es mit steigender Geschwindigkeit aufwärts. Nun zählt Medellín zu den innovativsten Städten der Welt. Escobars Namen hört man in der Stadt nicht mehr oft und Guides versuchen, ihn ganz zu vermeiden. Auf unserer Free Tour wurde er nur “PE” genannt, gelegentlich auch, in Anlehnung an Voldemort, “he who must not be named”. Natürlich besuchten wir auch das Grab von “PE” – wo uns aus unerfindlichen Gründen die Nase juckte.

Reiseroute durch Kolumbien: Am Grab von Pablo Escobar

Guatapé: Irre Seenlandschaft und Monolith

Nur etwa drei Busstunden östlich liegt Guatapé, ein Juwel von einer Kleinstadt. Bunt und sympathisch liegt der Ort direkt an einem riesigen See, den dutzende hügelige Inselchen bevölkern. Dieser Ort ist perfekt für Wassersport und zum Ausspannen. Wir mieteten uns ein Kajak und umrundeten ein paar Stunden lang die Inseln. Richtig beeindruckend ist der nahe gelegene Felsenmonolith “El Penol”, den wir natürlich erklimmen mussten. Hier geht’s zu unserem Artikel über Guatapè.

Cartagena: Hitziges Multitalent

Tags darauf flogen wir nach Cartagena an der kolumbianischen Karibik-Küste. Hier ist es ähnlich heiß, wie in Kuba, und wir waren froh über unsere Klimaanlage. Die Stadt hat von einer modernen Halbinsel mit Hochhäusern und Strand über eine beeindruckende Weltkulturerbe-Altstadt und Festungen bis zu Klostern mit grandioser Aussicht alles zu bieten. Auf dem Fußweg zum Kloster “La Popa” wurden wir jedoch von Einheimischen vor Überfällen gewarnt, was die Polizei bestätigte. Schließlich fuhr uns eine nette Dame nacheinander mit ihrem Moped auf dem Klosterberg.

Reiseroute durch Kolumbien: Die alte Stadtmauer Cartagenas liegt nun mitten im Zentrum.

Die alte Stadtmauer Cartagenas liegt nun mitten im Zentrum.

Surfen im Strandkaff vs. Minca

Danach reisten wir die Küste hinauf Richtung Osten und besuchten Santa Marta und den wunderschön-wilden Tayrona Nationalpark. In Santa Marta trennten wir uns für ein paar Tage, denn ich wollte in einem Strandkaff abhängen und Kitesurfen während Janina einen, Zitat: “geilen” Ausflug samt Wanderung ins hübsche Minca machte.

Die Fahrt nach Cabo de la Vela war ein fast ganztägiges Abenteuer mit mehrfachen Umstiegen, bis ich schließlich in einem Jeep zwei Stunden durch absolute Wüste fuhr. Der Ort selbst ist rudimentär, aber entspannt und bietet beste Bedingungen zum Kitesurfen. Was braucht der Mensch schon, außer Meer und einer Hängematte?

Reiseroute durch Kolumbien: Kitesufen in Cabo de la Vela

Viel Wind, keine Wellen – ideal zum Kitesurfen in Cabo de la Vela.

Nach unserem Wiedersehen in Riohacha, das auf halbem Weg zwischen uns lag, flogen wir zurück nach Bogotá. Dort verbrachten wir noch zwei wundervolle Tage, um schließlich weiter nach Quito zu fliegen. Kolumbien hat uns definitiv positiv überrascht und wir wären gerne noch viel länger geblieben.

Wer weitere Tipps für Kolumbien braucht, zum Beispiel für gute Unterkünfte und Restaurants, kann gern einfach Kontakt mit uns aufnehmen.

 

Siehe auch: Die 8 schrägsten Infos über Kolumbien