Reis mit Bohnen, gebratenes Gemüse, Spaghetti oder komische Formen von Salaten – vegetarisches Essen in Kuba ist nicht sonderlich vielfältig. Nach knapp vier Wochen an verschiedenen Orten auf der Insel habe ich nun einen ganz guten Überblick über das schmale vegetarische Nahrungsangebot des sozialistischen Landes. Hier die fünf Dinge, die mir besonders aufgefallen sind:

1. Kubaner lieben es süß.

Zucker ist eines der wichtigsten Exportprodukte der Insel und das merkt und sieht man. Augenscheinlich sind die Kubaner im Durchschnitt deutlich übergewichtig. So werden zum Beispiel die Säfte aus den süßen exotischen Früchten noch extra gesüßt. Und auch sonst macht der gemeine Kubaner an so ziemlich alles Zucker. Richtig deutlich wurde mir das, als ich einmal Spaghetti mit Tomatensoße bestellt habe. Die Tomatensoße war dabei dermaßen süß, dass ich das Gefühl hatte, einen schrägen Nachtisch vor mir zu haben.

2. Weißbrot, soweit das Auge reicht

Ich hatte es schon geahnt, aber natürlich gibt es auf Kuba nur Weißbrot. Zum Frühstück gibt es oft Milchbrötchen, manchmal auch trockenes Brot, das an Baguette erinnert. Außerdem gibt fast überall Sandwiches. Meistens mit Fleisch, aber auch mal mit Queso, also Käse. Diese würde ich aber immer genau anschauen. In Santa Clara tummelten sich in meinem vermeintlich vegetarischen Käsesandwich nämlich jede Menge fast unsichtbare Mini-Ameisen.

2. Reichhaltiges Frühstück

In den Casa Particulares (private Unterkünfte) haben wir für ein Frühstück pro Person 5 CUC bezahlt. Dazu gab es immer: Saft, einheimisches Obst (Guave, Mango, Ananas, Papaya), helle Brötchen, Marmelade, Butter, Eier, manchmal Käse und Wurst.

Vegetarisches Essen in Kuba: Frühstück

Wir konnten kaum glauben, was da eines Morgens auf dem Frühstückstisch lag: Deutsche Markenbutter

3. Wenig Abwechslung beim Abendessen

Da das Frühstück lange satt macht, haben wir immer erst Abends wieder groß gegessen. Für Vegetarier ist das Angebot in den Restaurants aber überschaubar.

Vegetarisches Essen in Kuba

Oft gibt es Bohnensuppe, Reis mit Bohnen oder gebratenes Gemüse. Spaghetti mit Gemüse und (selten) vegetarische Paella habe ich aber auch entdeckt. Pizzaliebhaber müssen sich auf Kuba übrigens keine Sorgen machen. Ihre Leibspeise bekommt man so ziemlich überall im Land – natürlich auch als vegetarische Variante.

4. Merkwürdige Salate

Unter „Ensalada“ habe ich mir unseren klassischen Salat mit viel Grünzeug und Gemüse vorgestellt. Doch Pustkuchen! Blattsalate scheint es nämlich nicht zu geben. Stattdessen bekam Norman bei seiner ersten Ensalada-Bestellung einen Nudelsalat mit Mayo vorgesetzt. Und wenn die Mayo-Nudeln mal nicht dabei sind, werden die Salatzutaten fein säuberlich in kleinen Häufchen einzeln auf den Teller drapiert.

Vegetarisches Essen in Kuba

“Ensalada” ist alles andere als ein Salat, sondern oft Nudeln mit Mayo

5. Ein perfekter Nachtisch

Unser kubanisches Essenshighlight ist süßer Natur: Der Flan! Es ist eine Art fester Karamellpudding, der aber in jedem Restaurant etwas anders gemacht wird. Lecker war er jedoch immer. Hier eine Hommage an den Flan – in Form einer Galerie.

Spätestens jetzt, solltet ihr ordentlich sabbern!