Taxis in Kuba sind meist Oldtimer.

Kuba war der Auftakt unserer einjährigen Weltreise. Und was für einer. Zusammen mit meiner Schwester Katja und meinem Stiefvater Uwe reisten Janina und ich vier Wochen lang durch ein schwül-sozialistisches Wunderland. Dies ist unsere Reiseroute durch Kuba.

Kulturschock in Havanna

Wie die meisten Touristen landeten wir in Havanna. Durch unsere erste Mission hatten wir direkt Kontakt zu Patricia und Loiret, zwei Einheimischen, die uns eine sinnvolle Route durch das Land vorschlugen und an jedem der angesteuerten Orte richtig gute Casa Particulares empfahlen. So nennt man die Unterkünfte, deren Grundgedanke es ist, dass man mit den kubanischen Besitzern zusammenlebt und damit auch direkt Kontakt zu Einheimischen hat.

Rundreise durch Kuba: Das Straßenbild in Havanna war für uns gewöhnungsbedürftig.

Rundreise durch Kuba: Das Straßenbild in Havanna war für uns gewöhnungsbedürftig.

In Havanna hielten wir es nicht sehr lange aus, denn unsere Casas (noch ohne Empfehlung) waren an einer lauten und ziemlich verlotterten Straße im Zentrum. Angelockt hatte uns die Nähe zum Malecón, der berühmten Strandpromenade. Besser ist es, direkt in der Altstadt unterzukommen, oder in einem der schickeren Viertel im Westen der Stadt. Generell war Kuba ein ziemlicher Kulturschock. Schlechte Straßen, viel Gestank, keine Supermärkte und generell extrem schlecht ausgestattete Geschäfte.

Und auch der Servicegedanke in Restaurants ist nicht so ausgeprägt. Selbst Trinkwasser war nur schwer und nach langer Suche zu bekommen. Die Umstellung auf das sehr heiße Klima tat ihr Übriges. Dazu kam noch “Duschen ausm Eimer”, denn in unserer Unterkunft fiel gleich zwei Tage lang das Wasser aus. Nicht zuletzt war die Internet-Situation extrem schwierig. Nach Besichtigung der Altstadt und einer wirklich wunderbaren Radtour mit Patricia und Loiret brachen wir unsere Zelte in Havanna ab.

Reiseroute durch Kuba

Loiret erklärt Havanna am berühmten Malecón.

Runterkommen in Viñales

Das nächste Ziel auf unserer Reiseroute durch Kuba war Viñales. Die kleine Stadt liegt fünf Busstunden westlich von Havanna und ist um einiges relaxter. Hier fanden wir gutes Essen, nette Menschen und Natur. Am ersten Tag unternahmen wir eine schöne, mehrstündige Wanderung zu einer gigantischen Felsmalerei aus den sechziger Jahren.

Reiseroute durch Kuba: Diese gigantische Felsmalerei bei Vinales stammt aus den sechziger Jahren und stellt die Evolutionsgeschichte dar.

Die gigantische Felsmalerei stellt die Evolutionsgeschichte dar.

Tags darauf stand eine 38 Kilometer lange Radtour zur Höhle Santo Tomás auf dem Programm. Leider sind die Leihfahrräder in Kuba nicht sehr verlässlich und nachdem Janina einen Platten hatte, halfen uns Einheimische beim Aufpumpen. Ich nahm ihr Rad und wollte schnell die 19 Kilometer zurückfahren, bevor die Luft entweicht. Das war jedoch zu optimistisch, so dass ich schließlich von freundlichen Müllmännern aufgegabelt und mitgenommen wurde – das Rad auf dem Dach des Müllwagens.

Reiseroute durch Kuba: Ein freundlicher Müllmann aus Kubaner bindet mein kaputtes Fahrrad auf seinem Müllwagen fest.

Ein freundlicher Müllmann bindet mein kaputtes Fahrrad auf seinem Müllwagen fest.

Absurde Reise nach Playa Giron

Leider liegt Viñales als einziges unserer Ziele westlich von Havanna und damit ungünstig für eine Rundroute durchs Land. Und so führte unsere Reiseroute durch Kuba wieder über Havanna nach Playa Girón, einem entspannten Strandkaf lockere 400 Kilometer von Viñales entfernt, an der Südküste. Eine Busfahrt hätte einen ganzen Tag gedauert, also entschieden wir uns für die weitaus teurere Taxivariante. Der offizielle Taxifahrer eröffnete uns, er habe einen Kumpel, der sowieso nach Playa Girón fährt, es wäre doch also sinnvoll, wenn wir gleich bei dem mitfahren. So läuft es in Kuba. Wir handelten mit dem jungen Mann einen günstigeren Preis aus – am Ende zahlten wir zu viert umgerechnet 120 statt der offiziellen 180 Euro – und ab gings.

Weder sein Auto noch sein Fahrstil waren vertrauenerweckend. Aber andere Länder, andere Sitten und nach nur fünf Stunden stiegen wir sicher in Playa Girón aus. Hier erwartete uns eine klasse Unterkunft bei Moya, einem kubanischen Original, der zufällig auch grandios kochen kann.

Playa Girón selbst hat nicht viel zu bieten, außer tollem Sandstrand. Wir erfüllten eine Mission im Nachbarort Playa Larga und entspannten am Meer. Nach drei Nächten nahmen ging unsere Reiseroute durch Kuba per Bus weiter – nach Cienfuegos.

Welterbe Cienfuegos

“Endlich Zivilisation.” Das war unser erster Gedanke in Cienfuegos. Etwas kühleres Klima, Kunstgalerien, viele französische Einflüsse und eine Innenstadt, die nicht umsonst zum Welterbe der UNESCO zählt. Hier kann man wunderbar flanieren und gucken. Janina, Uwe und Katja machten eine Tour zum etwas außerhalb gelegenen Botanischen Garten (empfehlenswert). Außerdem unternahm ich mit Uwe eine Fährfahrt zum Castillo de Jagua, einer alten Festung, die die Hafeneinfahrt bewacht. Auch hier verbrachten wir zwei volle Tage. Hier geht’s zu unserem Artikel über Cienfuegos.

Trinidad: Wunderschöne Touri-Hölle

Weitere eineinhalb Busstunden entfernt liegt die berühmte Stadt Trinidad, ebenfalls an der Südküste. Hier kommen besonders viele Touristen her und tatsächlich ist die Innenstadt sehr schön. Aber gerade durch die Touri-Massen hat sich hier eine unschöne Belästigungskultur herausgebildet. An vielen Ecken wird man mit Taxi-, Tour- und Restaurantangeboten überhäuft, ungefragt versteht sich.

Wir machten einen Stadtrundgang und bestiegen den Hügel nördlich der Stadt. Der freundliche Betreiber des dortigen Funkturmes zeigte uns gern das Valle de los Ingenios, das Tal der Zuckermühlen. Dazu lud er uns sogar auf das Dach eines seiner Funktionsgebäude ein. Die Aussicht ist grandios.

Reiseroute durch Kuba: Aussicht auf Trindad

Dieser Hund hat uns begleitet. Wir tauften ihn “Dobby”, denn er ähnelte dem Hauself aus Harry Potter.

Am zweiten Trinidad-Tag fuhren wir mit dem Bus zum 30 Kilometer entfernten Strand Playa Ancón. Dort steht ein riesiges Hotel, aber Menschen gab es kaum. Lag vielleicht an der heißen Jahreszeit.

An Tag drei mieteten wir ein Auto (nachdem dies zwei Tage lang verschoben werden musste, weil Autos mieten offenbar ein gigantischer bürokratischer Aufwand ist) und machten eine ausgedehnte Rundfahrt durch das Gebirge. Die wichtigsten Stopps waren Topes de Collantes, einer der wenigen auf Orte, wo es schöne Wanderrouten gibt (alle kosten Eintritt) und El Nicho. Der Wasserfall ist eine der größten Touristenattraktionen Kubas. Wir waren spät dran und beschränkten uns deshalb auf den Flusslauf weiter unten. In den natürlichen Pools dort kann man wunderbar baden.

Santa Clara: Pilgerstätte für Che-Fans

Reiseroute durch Kuba: Überdimensionale Statue von Che Guevara

Der nächste Ort auf unserer Liste war Santa Clara, wo das Grab Che Guevaras zu finden ist. Das wollten Janina und ich unbedingt besuchen, denn wir sammeln Selfies an Gräbern berühmter Personen. Und wie nicht anders zu erwarten, machen die Kubaner für ihren Nationalhelden ein richtig großes Fass auf. Die Che-Statue ist gigantisch, der freie Platz davor genauso. Das Grab selbst liegt auf der Rückseite, zusammen mit einem Museum. Hier wird man von mürrischen Damen streng bewacht und darf nicht einmal Wasser mit hineinnehmen. Die Grabkammer ist groß, sehr liebevoll gestaltet und enthält unter anderem eine ewige Flamme, entzündet von Fidel Castro höchstpersönlich. Fotos machen war hier drinnen streng verboten.

Uwe und Katja verabschiedeten sich dann Richtung Havanna und Deutschland. Janina und ich machten noch einen Abstecher nach Sancti Spiritus. Unser nicht vertrauenerweckendes Taxi hatte unterwegs tatsächlich eine Motorpanne. Gut, dass alle Autofahrer in Kuba zwangsläufig auch Mechaniker sind. Sancti Spiritus ist ein relaxter, freundlicher Ort ohne viele Touristen. Hier ruhten wir aus und machten eine Tour mit dem Taxi nach Jarico. Leider konnten wir die angeblich wunderschöne Wanderung Sendero la Sabina dort nicht machen, weil es zu viel geregnet hatte. Aber auch in Jarico gibt es eine der vielen grandiosen Badestellen auf Kuba.

Danach endete unsere Reiseroute durch Kuba und es ging zurück nach Havanna, wo wir nur eine Nacht blieben, um dann weiter nach Kolumbien zu fliegen. Den Osten der Insel ließen wir außen vor. Zum einen aus Zeitgründen (die Insel ist größer als man denkt) und außerdem, weil es dort im Juni noch heißer sein soll.

Wer weitere Tipps für Kuba braucht, zum Beispiel für gute Unterkünfte und Restaurants, kann gern einfach Kontakt mit uns aufnehmen.