Nach vier Wochen eher kargen Essens in Kuba war Kolumbien eine regelrechte Offenbarung für mich. Endlich konnte ich wieder Salate essen und hatte sogar eine Auswahl an fleischfreien Gerichten. Vegetarisches Essen in Kolumbien fetzt!Janina isst Vollkornbrot in Bogotá Unser Startpunkt in Kolumbien war Bogotá. Und wie ich schon gehofft hatte, bot die Hauptstadt für mich als Vegetarierin eine Menge. Am ersten Tag fanden wir dank Tripadvisor einen sehr leckeren, rein vegetarischen Laden (Quinoa y Amaranto), ganz in der Nähe unseres Hostels im Bezirk La Candelaria. Das war ein verdammt guter Start in Südamerika. Und auch die folgenden drei Tagen in der 2.600 m hoch gelegenen Stadt erfreuten meinen Magen sehr.

Ich habe es vermisst: Vollkornbrot

Mein persönliches Highlight war ein Café namens “Brot” im Norden der Stadt. Ich hatte es vorher im Internet rausgesucht und nachdem wir uns ganz in der Nähe den größten Vertical Garden der Welt angeschaut hatten, navigierte ich uns direkt dorthin. Nach gut vier Wochen habe ich hier zum ersten Mal wieder Vollkornbrot gegessen. Zugegebenermaßen war es nicht unser deutsches Hardcore-Vollkornbrot, mit dem man Leute erschlagen kann, aber es war ein verdammt gutes Mischbrot mit einigen ganzen Körnern. Ansonsten sind Brote bzw. Brötchen in Kolumbien fast immer helle, leicht gesüßte Milchbrötchen. Ab und zu ist uns aber auch ein „pan integral“ (Vollkornbrötchen) über den Weg gelaufen – aber diese sind nicht vergleichbar mit unseren. Das Café in Bogotá war also eine Ausnahme.

Käse soweit das Auge reicht

Nach Bogotá führte uns unser Weg über Ibagué, nach Salento, Guatapé und schließlich zur Küste nach Cartagena. Dabei habe ich gelernt, dass die Kolumbianer so ziemlich alles mit Käse machen. Banane mit Käse ist nur ein Beispiel. Diese schmeckt aber überraschend lecker. Es handelt sich dabei aber nicht um die süße gelbe Banane, die es bei uns überall gibt, sondern um typische grüne Kochbananen. Sie schmecken nur ganz leicht nach Banane und erinnern eher an mehlige Kartoffeln.

Kochbanane mit Käse und Guavenmarmelade

Sogar bei Getränken kennt die Liebe der Kolumbianer zu Käse keine Grenzen. Besonders beliebt ist heiße Schokolade oder Zuckerwasser (Agua Canela) mit Käse. Dabei schwimmt der einfach in dem Getränk. Klingt eklig, ist aber gerade nach einer anstrengenden Wanderung genau das, was man braucht, wie wir nach einer anstrengenden Wanderung in Ibagué feststellten.

Wasser mit Zuckerrohr und Käse ist eine Spezialität in Kolumbien

Da exotische Früchte quasi an jeder Ecke wachsen, gibt es natürlich auch jede Menge frisch gepresste Säfte. Allerdings schütten die Kolumbianer in die meist von Natur aus schon süßen Säfte oft noch Zucker. Mein Tipp: Bei der Bestellung einfach ohne Zucker, also “sin azúcar” dazusagen.

Aber kommen wir nochmal zum Käse: Der ist nämlich fast immer gleich: eher geschmacksarm, etwas knietschig in der Konsistenz und erinnert noch am ehesten an Mozzarella. Richtig abgefahren wurde es dann in dem kleinen Örtchen Guatapé. Dort und in der Gegend gab es ein spezielles Eis mit Käsestücken drin. Hier könnt ihr mehr dazu lesen und auch sehen, wie es mir geschmeckt hat.

Mit Schmackes: Arepas

Wenn ich doch mal kein vegetarisches Essen in Kolumbien gefunden habe, hat mich eine Sache immer vor dem Verhungern bewahrt: Arepas. Das sind gebratene Fladen aus Maismehl und Wasser. Die werden natürlich auch gerne mit Käse zusammen serviert. Die sehr sättigenden Arepas bekommt man meist an mobilen Straßenständen für wenig Geld.

Die Maisfladen, Arepas, werden in Kolumbien gerne mit Käse gegessen

Unbedingt kosten: Yucca

An der Küste Kolumbiens haben wir zum Frühstück die im ganzen Land viel gegessene Wurzelknolle Yucca bekommen. Zu unserem obligatorischen Rührei (huevos pericos – mit Tomate und Zwiebel – so fand ich sie am besten) gab es dort gekochte Yucca. Man kann sie nicht roh essen, sondern muss sie etwa 45 Minuten lang kochen. Das haben wir im Selbsttest herausgefunden – in einer der wenigen Unterkünfte in Kolumbien, bei der wir eine Küche hatten. Ich weiß, dass es diese Knollen auch bei uns gibt. Aber gegessen hatte ich sie bisher noch nicht. Da ist mir etwas ziemlich leckeres entgangen. Yucca schmeckt nämlich ganz ähnlich wie mehlige Kartoffeln – die ich sehr liebe. Sie sind also eine sehr empfehlenswerte Sättigungsbeilage.

Die Yucca-Wurzeln gibt es nicht nur im Supermarkt, sondern auch an den Straßenständen in Ecuador.

Insgesamt hat Kolumbien neben großartigen exotischen Früchten (hier könnt ihr euch anschauen, wie wir einige von ihnen das erste Mal essen) auch sehr leckere vegetarische Gerichte zu bieten. Ich muss allerdings dazu erwähnen, dass ich vorher fast immer im Internet nachgeschaut habe, wo gute vegetarische Restaurants zu finden sind oder zumindest “normale” Restaurants mit vegetarischen Alternativen.

Wer Tipps braucht, der kann uns gerne schreiben. Denn manchmal sind diese Restaurants doch etwas versteckt. Aber es gibt sie!